
The Good, The Bad And The Ugly (Zwei glorreiche Halunken)
Wir zeigen „Il buono, il brutto, il cattivo“ zum 60. Jubiläum des Spaghetti-Western-Klassikers in unserer Reihe ONE NIGHT ONLY.
Tuco und der Namenlose, der von allen nur „Blondie“ genannt wird, sind Partner bei einem äußerst lukrativen Geschäft. Während Tucos Aufgabe darin besteht alles zu tun, um auf sich ein Kopfgeld aussetzen zu lassen, ist „Blondie“ ein Kopfgelderjäger und muss Tuco fangen, ausliefern und das Geld kassieren.
Kurz bevor Tuco gehängt wird, rettet ihn der Blonde dann wieder. Nach getaner Arbeit wird das Kopfgeld unter den beiden aufgeteilt. Alles läuft gut, bis Tuco eines Tages mehr Geld verlangt.
Blondie ist von der Forderung nicht angetan und setzt Tuco daraufhin 70 Meilen entfernt von der Zivilisation in der Wüste aus. Tuco lässt sich das natürlich nicht gefallen und schwört Rache …
Der Italowestern als Gattung (leicht abwertend auch „Spaghetti-Western“ genannt) unterscheidet sich vom klassischen amerikanischen Western – obwohl viele genretypische Elemente beibehalten werden – in einigen entscheidenden Punkten. Es gibt nicht mehr die klare Unterscheidung zwischen Gut und Böse, wie etwa noch in „High Noon“, 1952 zwischen Sheriff McKane und Gangster Frank Miller. Moralische Normen wie Ehrlichkeit, Altruismus, Edelmut spielen kaum noch eine Rolle, stattdessen werden die Protagonisten geprägt von Rachsucht, Habgier und Skrupellosigkeit. Diese „schwarzen Helden“ (Sergio Leone) haben mit bürgerlichen Normen nichts mehr am Cowboyhut und neigen zu brutaler Gewalt, wobei sie oft einen ungezügelten Zynismus an den Tag legen. Die Zahl der Toten kann in einem solchen Film leicht in die Dutzende gehen, was sich schon im Titel ankündigt („Leichen pflastern seinen Weg“, 1968). Der Wilde Westen bedeutet keine Hoffnung, keine Utopie mehr, die er noch für die frühen Siedler war. Die Träume sind ausgeträumt. Der Idealismus ist verflogen. In gewisser Weise persifliert der Italowestern den amerikanischen Western, nicht zuletzt durch die humoristischen Einschübe.
Zu den Höhepunkten der Reihe gehört zweifellos „The Good, The Bad And The Ugly“: Ein fulminanter Film, der trotz seiner Länge und seinen Minuten andauernden dialogfreien Szenen niemals an Spannung verliert. Mit monumentalen Weitwinkelaufnahmen einerseits und Nahaufnahmen andererseits zieht er den Zuschauer in den Bann, die wilde Landschaft der weiten Prärie (Drehort: Spanien, dessen Süden dem amerikanischen am nächsten kommt) erweckt den Eindruck von Majestät, in der die Menschenschicksale klein und zerbrechlich erscheinen. In der genialen Filmmusik verwendet Komponist Ennio Morricone völlig neue Mittel: Er setzt neben dem üblichen Orchesterklang auch E-Gitarre, Okarina, Trompete, Blockflöte und Rasseln ein, dazu menschliche Geräusche wie Pfiffe und Schreie, Peitschenschläge oder Glocken. Die Musik gilt als eine der besten in der Geschichte des Films: „nothing less than a milestone in the stylistic evolution of film music, not just for the Western genre, but for all of cinema.“
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