Montag, 06. September 2010

 


Mit dieser Informationsseite wenden wir uns an LehrerInnen, die das Medium Film zur Unterstützung oder Auflockerung ihres Unterrichts nutzen möchten.

 

Sie können Vorstellungen aus unserem laufenden Programm zu von Ihnen gewählten Terminen (zwischen 8:00 Uhr und 13:00 Uhr) buchen.

 

Durch unsere Kooperation mit Cinema Net Europe stehen uns zusätzlich aktuelle Dokumentarfilme auf digitalen Medien zur Verfügung. Sie finden auf dieser Seite einen Auszug aus dem aktuellen Programm.

 

 

Die Eintrittspreise:

 

Schülervorstellungen: EUR 5,- pro Person, jedenfalls aber ein Mindestbetrag von EUR 120,- . Lehrer als Begleitpersonen haben bei Schülervorstellungen freien Eintritt.

 

Schülergruppen ab 10 Personen erhalten bei regulären Nachmittags- oder Abendvorstellungen eine Ermäßigung von EUR 1,40 pro Person. Wir bitten  hierfür um vorherige Reservierung (per Telefon bis spätestens 2 Stunden vor Vorstellungsbeginn) und gesammelte Bezahlung vor Filmbeginn. 

 

Zusätzlich zu unserem aktuellen Programm können Sie derzeit aus folgenden Dokumentarfilmen wählen:

 

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von Michael X. Peled

 

USA 2005, 86 Minuten, OmU

In „China Blue“ portraitiert Regisseur Peled das Leben der 20-jährigen Jasmine, die wie 130 Millionen andere Chinesen ihre Heimat verlassen hat. In der aufstrebenden Wirtschaft nach der Marktöffnung Chinas will sie Geld für sich und ihre Familie verdienen. Schnell wird deutlich, warum die Fabriken der chinesischen Textilindustrie den Beinamen „Sweatshop“ erhalten haben: Gearbeitet wird sieben Tage in der Woche, die Schichten sind dabei meist so lang, dass kaum vier oder fünf Stunden Schlaf überbleiben. Pausen gibt es kaum, und wenn, werden sie genutzt, um den Schlafmangel nachzuholen, oder Hausarbeit in den schäbigen Unterkünften auf dem Fabrikgelände zu verrichten. Die bleibt sonst noch am Abend an den schuftenden Mädchen hängen, die oft gerade vierzehn Jahre alt sind und mit gefälschten Papieren für umgerechnet sechs Cent in der Stunde monotone Sisyphos-Arbeiten verrichten. Vom kargen Lohn, der nur unregelmäßig ausgezahlt wird, werden zuvor noch die flauen Mahlzeiten aus der Werksküche abgezogen, ebenso wie das Wasser zum Waschen oder Strafen für Einschlafen am Arbeitsplatz. Fließendes Wasser gehört zur Luxusausstattung, „Freizeit“ zu der Fremdwörtersammlung, in der man auch „Gewerkschaft“ und „medizinische Versorgung“ findet.
„China Blue“ liefert einen Einblick in den harten Alltag von jungen Mädchen, die zu inhumanen Bedingungen ihr Dasein verrichten. Um ihren Familien in der verarmten ländlichen Regionen zu helfen, sind sie den Diktaten der skrupellosen und gewinnorientierten Großkonzerne ausgeliefert, denen auch von Seiten der chinesischen Regierung offenbar nicht Einhalt geboten wird. Dieser Einblick zielt klar und zurecht auf die Mobilisierung des westlichen Zuschauers, der popcornkauend in seiner Levi’s das Elend betrachtet.
 
 
USA/D 2004, 82 Min., Farbe, Spanisch mit dt. UT
ein Film von Richard Ladkani (Ö) und Kief Davidson
In Bolivien, am Fuße der Stadt Potosi auf 4000 Metern Seehöhe liegt der Berg Cerro Rico, auch „Berg des Teufels“ genannt. Dort verdienen als Minenarbeiter unter lebensbedrohlichen Bedingungen der 14jährige Basilio Vargas und sein 12jähriger Bruder Bernardino ihr Geld. Für Kleidung und für ein nächstes Schuljahr. Durch die Augen der Kinder erschließt sich eine Welt geprägt von Armut, Schwerstarbeit, strengen Regeln und Mystik. Denn im Bergesinneren herrscht, einem uralten Glauben nach, den katholische Kolonialisatoren im 16. Jahrhundert mitgebracht hatten, der Teufel selbst. 
 
 
von Lutz Hachmeister und Michael Kloft
D 2004, 107 Min.
Joseph Goebbels (1897 – 1945) hat den NS-Staat als Markenzeichen überlebt. Sein Name steht noch heute weltweit für hemmungslose, zynische und zumindest zeitweise erfolgreiche Propaganda. Aber das Leben des Joseph Goebbels ist beunruhigender, als es die gängige Zuordnung als Propaganda-Genie nahe legt.
Lutz Hachmeister (Regie, Buch) und Michael Kloft (Buch, Recherchen) zeigen erstmals in einem abendfüllenden Kino-Dokumentarfilm, wie sich Goebbels von seinen Anfängen als radikaler „völkischer Sozialist“ bis zum Selbstmord mit Frau und Kindern ständig neu inszenierte, sich buchstäblich erfand.
 
 
von Peter Geyer
D 2008, 86 Minuten
Am 20. November 1971 möchte Klaus Kinski die „erregendste Geschichte der Menschheit“ erzählen – das Leben von Jesus Christus. Doch er kommt nicht dazu. Das Bühnenprogramm des skandalumwitterten Schauspielers wird durch Zwischenrufe unterbrochen – von einem Publikum, das sich keine Predigt anhören, sondern diskutieren will.
JESUS CHRISTUS ERLÖSER von Peter Geyer zeigt einen tumultartigen Abend gegenseitiger Beschimpfungen, das Ringen eines Schauspielers um seinen Text, ein Theater- Happening in einer autoritätskritischen Zeit und das grandiose Scheitern einer literarischen Weltverbesserungsmaßnahme.
Geyer vermittelt mithilfe aller verfügbaren Bild- und Tondokumente des Abends erstmals einen hautnahen Eindruck der Live-Situation und schafft damit das außergewöhnliche Zeugnis einer Zeit und eines Ausnahmekünstlers.
 
 


von Rex Bloomstein
GB 2005, 88 Min., Farbe, DF

KZ ist ein Porträt des Städtchens Mauthausen, idyllisch an der Donau in Oberösterreich gelegen, gleichzeitig weltweit bekannt als Ort eines nationalsozialistischen Konzentrationslagers. Der Regisseur Rex Bloomstein besucht die heutige Gedenkstätte, zeigt die Angestellten, die in ihren Führungen die Geschichte des Lagers vermitteln, die Touristen, die den Ort aufsuchen und die Bewohner, die im Schatten des ehemaligen KZs ein normales Leben zu führen versuchen. Ein Ort voller Widersprüche. Ein Film über Menschen, die erinnern und Menschen, die vergessen. Willkommen in Mauthausen!
 
 
Ein Film von Aliona van der Horst
NL 2003, 73 Minuten, OmU
LEBEN IN DER HERMITAGE ist ein einfühlsames Portrait über die Menschen, die in Russlands berühmtestem Museum arbeiten und über die großartigen Kunstwerke, die in dieser legendären St. Petersburger Institution zu finden sind. Aliona van der Horst lässt uns verschiedensten „Hermitage-niks“ begegnen, beispielsweise Olga Bogdanova, die für die Instandhaltung des riesigen Baus zuständig ist, der Ikonen-Expertin Alexandra Kostsova, der Museumswärterin Valentina Barbashova und dem Kunsthändler Vadim Kuptsov, der uns – wie noch viele andere Protagonisten des Streifens – seine ganz persönlichen Gründe dafür nennt, warum er den ehemaligen Palast von Katharina der Großen als „sein Zuhause“ bezeichnet. Ein liebvoller Film über Kunst und über Personen, die in einem Haus der Kunst Heimat und Zuflucht gefunden haben.
 
 
von Vincent Monnikendam
NL 2004, 90', Farbe,Italienisch mit dt. Untertiteln
Neapel, drittgrößte Stadt Italiens, genießt eine wunderschöne Lage am Strand mit Ausblick auf das funkelnde Thyrrenische Meer im Schatten des mächtigen Vesuv, „Neapel sehen und sterben“ schrieb Goethe einst. 200 Jahre später ist davon nur ein schaler Rest übrig geblieben, denn hinter dem Pomp vergangener Zeiten befindet sich heute ein anderes Neapel. Wir erleben eine Stadt mit großen Problemen, aber ungebrochen bleibt der Optimismus der kleinen Leute. Regisseur Vincent Monnikendam begibt sich mit der Kamera in die Hinterhöfe und schmalen Gassen, wohin sich weder Sonnenstrahlen noch Touristen verirren, aber die stolze Seele Neapels ihr Innerstes offenbart.
Zentrales Motiv des Films ist das Gemälde Die sieben Werke der Barmherzigkeit von Michelangelo Merisi alias Caravaggio, dem Meister der clair-obscur - der kontrastreichen Hell-dunkel-Effekte. Beauftragt von den adeligen Gründern des Pio Monte della Misericordia, einer 1601 ins Leben gerufenen und noch heute aktiven Wohltätigkeitsorganisation zur Unterstützung Armer und Kranker, malte Caravaggio das Altarbild 1607. Mythen über das geheimnisvolle Gemälde, die Geschichte des Pio Monte, die Freuden und Sorgen der Neapolitaner ergeben ein lebendiges Portrait, in dem die Stadt selbst die Hauptrolle spielt.
 

Inspiriert von Caravaggios Technik und Bildsprache zeichnet DIE SEELE NEAPELS ein ungewöhnliches und beeindruckendes Bild einer zweieinhalbtausend-jährigen Stadt und seiner Bewohner.

 
 
von Werner Herzog
Deutschland, Japan, Großbritannien 2004, 90 min, Super 16, High Definition (1080i)
Ein Film über ein waghalsiges Abenteuer im Herzen Guyanas: eine Entdeckungsreise im Kronenbereich des Urwalds in einem außergewöhnlichen Flugobjekt – The White Diamond, ein heliumbetriebener Mini-Zeppelin. Werner Herzog begibt sich mit dem Ingenieur Dr. Graham Dorrington auf einen faszinierenden aber auch riskanten Trip. Vor zwölf Jahren verunglückte der berühmte Tierfilmer Dieter Plage mit dem Vorläufermodel auf tragische Weise. Die Reise nach Guyana wird für Dorrington eine Konfrontation mit der Vergangenheit, denn seit Plages Sturz aus dem Luftschiff kämpft er mit Schuldgefühlen.

 

 

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